Fachliches


Sooo die Zeit der Hausarbeiten steht wieder an. Jaja… 

Ich bin auch schon fleißig dabei, die Arbeit über die Individualisierung zu schreiben (siehe Blogeintrag zum Seminar) und dann heißt es mal schauen, was man noch so nachschiebt.

Ein Ärgernis blieb mir jedoch nicht erspart und zwar bei der Anmeldung eines Themas zur “Tourismussoziologie”. Ich suchte mir ein halbwegs interessantes Thema und kommunizierte dieses der Dozentin. Diese antwortete jedoch mit der Formalia, daß ich nicht in ihrem Seminar gewesen wäre, weil ich nicht auf der Liste stände. Klar: Weil ich nicht auf der Liste stehe, war ich auch nicht dort – logisch. Dabei war ich da oft, stehe aber halt nicht auf der Liste, die ich aus irgendwelchen Gründen verpasste. Eigentlich ist es ja so, daß sich Dozenten immer freuen, wenn man Interesse an ihren Themen zeigt und sich auch gar noch mit einer Arbeit diesbezüglich befassen möchte. Nicht zuletzt da sie uns und unsere Arbeiten brauchen, um selbst ihren Doktor zu machen und für unsere Scheine überhaupt dort promovieren dürfen. Aber da sie sich zuerst mit der Bürokratie befasst, zeigt mir, daß sie mit ihren Thema selbst nicht ganz zufrieden und frustriert ist und sich lieber mit anderen Sachen, als mit Inhalten, befasst.

Des Weiteren, um auf der Liste zu stehen, bräuchte man nur in der ersten Stunde hin zu gehen, und dann müsste man quasi gar nicht mehr kommen.

Ein Seminar, was so aufgebaut ist, daß man die Stundenanzahl, die eine solche Veranstaltung im Semester ausfüllen würde, in einem Block, also in einem Zeitraum von 2-3 Tagen, runterreißt.

Dieses Mal war’s eines am Wochenende; Freitag bis Sonntag.
Inwieweit man Referaten folgen, bzw. einen ganzen Tag an einem Tisch in lauschendem Zustand verbringen kann, ist ja sicherlich bekannt, jedenfalls war es nach dem halben Tag für mich schon rum. Es war zu warm, einfach zu warm und es war zu langweilig. Das führte zwangsläufig nach 4 Stunden zu halb offenen Augen und Ohren; ich kämpfte mit der Müdigkeit.
Da der Dozent mit seinem eigenen Buch arbeitete wurde das Seminar und die Gesprächsführung bemerkenswert einseitig. Kaum Abweichung vom Buch, selbst Fragen, die über das Buch und seinen Inhalt weit hinaus gingen oder nicht mal im Ansatz damit was zu tun hatten, wurden lustigerweise quasi mit Passagen aus dem Buch beantwortet. Es waren gerade mal sieben Leute, die das Seminar besuchten, und quasi hat keiner, bis auf das jeweils eigene Referatsthema, etwas gelesen; entsprechend anregend war dann die Unterhaltung. Daß der Kerl aber auch nicht über viel mehr bescheid wußte, als über sein eigenes Buch, fiel mir halt nach meinem Referat erst sichtlich auf, als er dann irgendwie noch alle Abhandlungen erzählte, die ich in meiner Ausführung, basierend auf seiner, rausgestrichen hatte. Sie waren nicht wichtig. Jedoch nicht für ihn.
Als Ergebnis war das also ein Seminar über die Individualisierung, ohne jegliche solche, denn was das eigentlich ist, weiß ich bis heute und selbst nach diesem Unterfangen nicht.

Liebes Tagebuch!

Jetzt komm ich mal gediegen dazu, dir von gestern zu berichten.

Ich war gestern in diesem Semester mal wieder in Veranstaltungen der Psychologie. So um 10 rum, bis kurz nach 13 Uhr, 2 Seminare direkt hintereinander. Nicht nur, daß so eine Aktion schon wieder recht lange her ist, so ist Psychologie auch recht lange her, wie mir gestern auffiel. Ich hab das ganz schön schleifen lassen. Aber sei’s drum.

Ich drückte mich in der neuen Heimat des Instituts für Psychologie rum und hatte eigentlich recht wenig Ahnung in welchen Raum ich eigentlich muß, bis ich schließlich doch im richtigen landete. Beim Anblick der Reihen überkam mich doch langsam ein gewisses Amüsement; 30 Leute, 4 Kerle inkl. Prof. Welch eine Quote…hehe Psychische Störungen heißt das Seminar und das war gar nicht mal uninteressant.

Dann folgte das nächste Seminar, was in Anbetracht des Zustroms an Leuten wie eine Farce anmutete; So wenig Lust man hat, sich im TV Werbung anzuschauen, so versessen sind die Leute darauf, was darüber zu lernen. Geradezu lächerlich erschien mir der Auflauf an Menschen, der sich da plötzlich in dem Raum, wo vorher die 30 Leute angenehmen unterkamen, quetschten. An den Wänden auf den Fensterbänken, auf dem Boden saßen etwa 80 –100 Leute, die sich um das Thema „Werbepsychologie“ geradezu reißen. Wenn man schon ein schlechter Psychologe ist, dann sollte man zumindest in der Werbebranche unterkommen und entsprechend dieser Maxime, versammeln sich auch die Leute entsprechend. Irgendwie lustig, wenn doch die fast spannenderen Themen ausbleiben und das opportune eingerannt wird. Auch zu beobachten ist eine gewisse Reduktion von Studenten, die plötzlich zu Kindern werden; mit naiven Fragen, naiven Antworten und naiven Gags. „Weeerbung… ich will in die Weeerbung“; ich will auch in die Werbung, aber dafür hätte ich nicht Psychologie studieren dürfen, oder?

Ich bin vielleicht nicht schlauer, als die Hälfte der dort sitzenden Leute, aber vielleicht doch kreativer.

Liebes Ta.. Nachtbuch!

Jetzt hab ich mir grad noch 2/3 Seiten für meine Arbeit aus dem Ärmel geschüttelt und bin – ein Blick auf die Uhr verrät alles – doch ziemlich müde. Ich bin mir halt nicht sicher, ob ich mich über das bißchen Text freuen sollte oder mir ob meiner eigenen Faulheit abermals in den Arsch beißen möchte. Jedenfalls geht es voran, das ist schon mal nicht schlecht, auch wenn es bisher schon viel zu lange dauert.

…und wenn ich mit dem Ding fertig bin, dann weiß ich auch wovon es handelt.